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Rolf Ehni – Geschäftsführer

Unser Geschäftsführer Rolf Ehni zur aktuellen Situation der Bauteilebeschaffung und sein Einschätzung/Prognose:

Für die angespannte Lage gibt es aus unser Sicht folgende Gründe:

  • Fokussierung vieler Hersteller auf TSMC weil TSMC im Moment die modernste Technologie herstellen kann.
    TSMC fertigt mit 7 nm. Bald mit 5 nm. Das bedeutet TSMC bringt eigentlich viel mehr Chips aus einem Wafer, aber durch
    dies, dass fast alle jetzt bei TSMC fertigen, ist ein Engpass entstanden
  • Apple lastet für die Produktion der M1 Prozessoren und der Handy-Prozessoren mindesten eine FAB von TSMC komplett aus.
  • Letztes Jahr hat es in eine FAB von Renesas in Japan gebrannt. Dadurch ist diese FAB ausgefallen und erst
    vor wenigen Wochen wieder in Betrieb gegangen.
  • Durch den Kälteeinbruch in USA, Anfang des Jahres kam es ebenfalls zur zeitweisen Stilllegung von mehreren FABs.
    Diese Produktionskapazität ist verloren und wird erst langsam wieder aufgeholt.
  • Letztes Jahr haben sehr viele OEMs Aufträge storniert oder nicht abgenommen. Vor allem die Autoindustrie.
    Diese führt bei den Halbleiterherstellern zu einem sehr starken Bestellrückgang.
  • Gegenteilig haben sich andere Märkte entwickelt.
    Z. Bsp. Computer, Laptops, Spielkonsolen, Drucker, Scanner usw.
    Viele die im Home-Office waren, haben gemerkt, dass Sie wieder investieren wollen oder müssen.
  • Die Elektromobilität benötigt zusätzliche Chips für PKW, Fahrräder, Roller oder andere Dinge.
  • Der Bedarf an Batterieanwendungen ist gestiegen. Akkubohrer, Rasenmäher, Motorsägen usw.
    Alle brauchen ein Ladegerät.
  • Wir in Europa haben nur noch einen Anteil von 9 % am weltweiten Elektronikmarkt.
    Deswegen werden wir von den Herstellern auch mittlerweile vernachlässigt.
    Die Hersteller suchen sich neue lukrativere Märkte.

Aus unserer Sicht stellt sich die Situation wie folgt dar:

  • Auch im Jahr 2022 bleiben die Märkte angespannt. Die Lieferketten sind sehr stark angespannt.
    Kleinste Störungen verursachen große Probleme.
  • Die Situation mit Corona wird auch noch zumindest im ersten Halbjahr 2022 angespannt bleiben.
    In China, Malaysia usw. haben die kein Problem, einen ganze Containerhafen stillzulegen.
    Das führt dann dazu, dass es Materialknappheit gibt. Alle Planung ist dahin.
    Rohstoffe fehlen usw.
  • Bis neue FABs entstehen vergehen Jahre. Da ist schnell keine zusätzliche Entlastung zu erwarten.
  • Die Logistikketten sind gestört.
    Schiffe fahren nicht mehr wie früher. Waren werden auch schon einmal im falschen Hafen ausgeladen.
    Die Preise für einen Container haben sich verzehnfacht.
    Es gibt wesentlich weniger Luftverkehr zwischen Asien und Europa. Das bedeutet auch,
    dass Transportkapazität fehlt. Lieferungen bleiben auch schon mal eine Woche in HK liegen.
Wir empfehlen unseren Kunden langfristig zu planen und spätestens jetzt an auch an das Jahr 2023 zu denken.
FAZIT:

Der ganze Markt ist geprägt durch massive inflationäre Preiserhöhungen.
Teileweise werden Preise von mehr als dem doppelten aufgerufen.
Es ist auch nicht zu erwarten, dass in 2022 die Preise rasch fallen. Ganz im Gegenteil.
Gestiegene Preise und knappe Rohstoffe sowie die ganze CO² Thematik, werden das verhindern.
Es wird wenn überhaupt Jahre dauen bis die Chippreise wieder auf das alte Maß gefallen sind.
In den nächsten Jahren werden auch etliche Chips vom Markt genommen weil die Fabriken für die veralteten
Geometrien (> 90 nm) nicht mehr aufrecht erhalten werden oder nur noch für Leistungselektronik verwendet werden.